Praxis für Zahnheilkunde

Dr. Christoph Raffelt und Johanna Neff*

Wendelsteinstraße 3, 85591 Vaterstetten, Tel 08106 31415 HAUPTSEITE

Im Inneren des Zahnes befindet sich ein Höhlensystem, in dem sich Nerven und Blutgefäße befinden. Wenn eine Karies sich von außen bis zu dieser Höhle vorangearbeitet hat, kann sich der Zahnnerv (Pulpa) in einem meist schmerzhaften Prozess entzünden. Ein Absterben des Nervs ist die Folge.

Um den Zahn dauerhaft zu erhalten und ein Fortschreiten der Entzündung in den Knochen zu verhindern, wird das erkrankte entzündete Gewebe aus dem Hohlraum entfernt. Nach dem mechanischen Erweitern der Kanäle, um infizierte Zahnhartsubstanz von den Wänden abzutragen wird durch gewissenhaftes Spülen mit hochwirksamen desinfizierenden Spüllösungen immer mehr Keimfreiheit erreicht. Alle Arbeitsschritte erfolgen durch ein kleines Loch in der Kaufläche des Zahns und werden mit Hilfe der Lupenbrille durchgeführt.

Wenn der Zahn schließlich absolut symptomfrei und beim Kauen wieder gut belastbar ist, wird das Kanalsystem neu gefüllt und der Zahn mit einer dichten adhäsiven Füllung versorgt, so dass sicher keine neuen Keime eindringen können.

Gefüllter Wurzelkanal im Röntgenbild

Das Erreichen der richtigen Länge der Wurzelkanäle ist von großer Bedeutung für den Behandlungserfolg - für größtmögliche Genauigkeit stehen uns hierfür Messgeräte zur Verfügung, die über Widerstandsmessungen genau die Stelle des Übergangs von Wurzelkanal zu umgebendem Gewebe anzeigen können. Leider übernimmt die gesetzliche Krankenkasse weder diese Messgeräte noch die Anwendung von Spüllösungen oder Ultraschallgeräten zur effektiven Keimreduktion. Trotzdem bieten wir Ihnen diese Behandlungsmöglichkeiten gerne an, denn auch uns ist der Erfolg der Wurzelkanalbehandlung wichtig, die immerhin die letzte Möglichkeit ist, den eigenen Zahn langfristig zu erhalten. Aufwändige Rekonstruktionen mit Implantaten oder Brücken sind so in vielen Fällen vermeidbar.

Da wurzelkanalbehandelte Zähne oft schon relativ viel Hartsubstanz verloren haben, bestehen sie nach abgeschlossener Wurzelkanalbehandlung regelmäßig zu großen Anteilen aus Kunststoff. Um sie langfristig stabil zu versorgen, sind Weiterversorgungen aus Keramik oder Gold meistens sinnvoll, manchmal unumgänglich.